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Formel 1-Rückkehrer Michael Schumacher und sein
Rennstall Mercedes GP gehen mit einem klaren Ziel in die neue Saison:
Weltmeister zu werden. "Ja. Keine Frage...Deshalb haben wir uns
gegenseitig auf drei Jahre verpflichtet", sagte der siebenmalige
Weltmeister dem stern. Man dürfe "von nichts anderem sprechen".
Schumacher stellte sich im Doppelinterview mit dem
Daimler-Vorstandvorsitzenden Dieter Zetsche den Fragen des Hamburger
Magazins. Auch Schumachers Chef sieht hervorragende Voraussetzungen:
"Wir haben wahrscheinlich das beste Führungsteam in der Formel 1, wir
haben den besten Fahrer und eines der größten Talente (Nico Rosberg,
d. Red.), und wir haben die besten Motoren....Wir haben also alle
Ingredienzien für eine hervorragende Rezeptur. Jetzt muss nur noch
anständig gekocht werden." Allerdings, so warnte Zetsche, "gehen wir
auch mit Vorsicht in die neue Saison, weil wir aus Erfahrung wissen,
es wird nicht gleich alles funktionieren". Am kommenden Sonntag wird der Rekordweltmeister beim Großen Preis
von Bahrain nach drei Jahren sein Comeback in der Formel 1 feiern.
Mercedes wiederum schickt erstmals seit 55 Jahren werkseigene
Silberpfeile in der Motorsportkönigsklasse ins Rennen. Während
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ob seines Comebacks nach Ansicht von
Schumacher "Dollarzeichen auf der Brille tragen wird", bezeichnet der
Daimler-Chef das neue Engagement als "viel kostengünstiger als
früher". Das Budget werde in den kommenden beiden Jahren auf "nicht
einmal ein Viertel des Niveaus von vor wenigen Jahren reduziert. Ja,
den Rennstall können wir sogar mit Gewinn betreiben", kündigte
Zetsche im stern an. Auf 1,4 Prozent des gesamten Etats für Forschung
und Entwicklung bezifferte der Manager in dem Interview die Kosten
des Formel-1-Teams. Trotz seiner optimistischen Zielsetzung ist Schumacher nicht frei
von Selbstzweifeln, sieht diese aber positiv. "Ich habe früher schon
an mir gezweifelt, auch in den guten Jahren. Und ich denke, das ist
Teil meines Erfolgs: immer wieder Details zu suchen, wo ich mich
verbessern kann", sagte der 41-Jährige in dem Interview. Nach drei
Jahren Erholung habe er "wieder jenen Spaß an der Sache gefunden, den
ich verloren hatte". So sei er "ganz einfach heiß geworden", als
Teamchef Ross Brawn an ihn herantrat. Um sein Engagement mit dem
Privatleben zu vereinbaren, wolle er aber die Anzahl der PR-Termine
kleinhalten. Schumacher erwartet in der neuen Formel-1-Saison "sehr spannende
Rennen" durch die neue Tankregelung. Es darf während des Laufs nicht
mehr nachgetankt werden. "Ich denke, wir werden erleben, dass mit dem
Sprit knapp kalkuliert werden wird, um gegenüber der Konkurrenz einen
Gewichtsvorteil zu haben", prognostizierte der erfolgreichste Formel
1-Fahrer der Geschichte im stern. Er sprach mit dem Magazin auch über
seine Mercedes-Vergangenheit - und offenbarte unbekannte Details vom
Start seiner Karriere: Als er 1991 nicht in der Lage war, das nötige
Geld für seinen Start im Jordan-Team aufzubringen, hätten die
Stuttgarter eine Bürgschaft übernommen. "Mercedes...hat mir erst
ermöglicht, in die Formel 1 einzusteigen." |