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Hockenheim - Die Siege bei den letzten beiden
Saisonrennen der IDM SUPERBIKE gingen am Sonntag (13. September) an
den Österreicher Martin Bauer (Honda) und den neuen Meister Jörg
Teuchert aus Hersbruck (Yamaha). Beim Saisonfinale der
Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft vor 28.300 Zuschauern
auf dem Hockenheimring holte sich außerdem Yamaha den Titel in der
Markenmeisterschaft.
Martin Bauer sorgte beim weltweit ersten Renneinsatz von Hondas
elektronischem Racing C-ABS für ein hervorragendes Resultat der neuen
Technik.
Bauer und Teuchert machten einmal mehr die Siege unter sich aus. Im
Vormittagsrennen gewann Bauer vor Teuchert und dem Österreicher
Andreas Meklau (Suzuki). Am Nachmittag drehte Teuchert den Spieß um
und siegte vor Bauer und dem Tschechen Matej Smrz (Honda). Bereits beim Zeittraining am Samstag trumpfte Jörg Teuchert stark
auf und holte sich seine erste Pole Position der Saison. Der
Yamaha-Pilot hatte schon nach dem ersten Zeittraining die Nase vorn,
gefolgt von Andreas Meklau (Suzuki), Werner Daemen (BMW) und Matej
Smrz (Honda). Am Nachmittag schob sich Philipp Hafeneger (Suzuki) auf
Rang drei, auch der Norweger Kai-Borre Andersen (KTM) steigerte sich
als Vierter in Reihe eins. Jörg Teuchert (1:27,121 Min.) und Andreas
Meklau (1:27,680 Min.) verbesserten ihre Vormittagszeiten nochmals
deutlich, die die Startreihe eins blieb aber bestehen. Teuchert -
Meklau - Hafeneger - Andersen. Lauf 1: Auch beim Vormittagsrennen setzte sich Yamaha-Pilot Jörg Teuchert
sofort in Szene und versuchte die Flucht. Doch mehr als 1,5 Sekunden
kam der SUPERBIKE-Meister 2009 nicht von seinem Verfolger Martin
Bauer weg. Im Gegenteil, der Österreicher fuhr im letzten Drittel des
Rennens an Teuchert heran und überholte ihn. Teuchert konnte Bauer
zwar folgen, aber nicht mehr attackieren. Martin Bauer fuhr damit
beim weltweit ersten Renneinsatz von Hondas elektronischem Racing
C-ABS einen Sieg ein. Dessen Landsmann Andreas Meklau (Suzuki) konnte seine zweite
Startposition nicht nutzen und kam nur auf Rang sechs aus der ersten
Runde zurück. Wie schon in Assen musste er sich auf die
Verfolgungsjagd machen. Und in den letzten drei Runden wurde es für
Bauer und Teuchert tatsächlich noch einmal knapp, denn Meklau fuhr
bis auf 0,8 Sekunden an das Führungsduo heran. "Es wäre nicht
schlecht, wenn die IDM-Rennen etwas länger wären.", war der
verständliche Wunsch von Meklau. So blieb ihm erneut ein dritter Rang
in einem IDM-Rennen.
Im Kampf um Rang vier setzte sich der Ungar Gabor Rizmayer (Suzuki)
gegen den Glauchauer Arne Tode (Honda) durch und wahrte so seine
Chance auf einen Podestplatz in der Meisterschaftswertung. Drei Sekunden hinter Rizmayer und Tode wurde der Berliner Dario
Giuseppetti (Ducati) Sechster, vor KTM-Pilot Stefan Nebel, dem
Schweizer Roman Stamm (Suzuki) und Werner Daemen (BMW). Daemen
verspielte mit diesem Resultat seine Chance auf den Vizemeistertitel.
Nebel hatte vor dem abschließenden Rennen 20 Zählern Vorsprung auf
den Belgier. Lauf 2: Beim Start zum zweiten Rennen fehlte der Norweger Kai-Borre
Andersen (KTM), wegen einer schweren Gehirnerschütterung, die sich
Kai-Borre beim Warm up-Sturz zugezogen hatte. Auch Jeremy McWilliams
musste auf das zweite Rennen verzichten, da er sich bei einem Sturz
im Vormittagsrennen verletzt hatte. So blieb für KTM nur noch Stefan
Nebel im Einsatz, doch auch der sollte wenig Glück haben. Vom Start weg zog erneut Jörg Teuchert davon, gefolgt von den
Österreichern Andreas Meklau und Martin Bauer. Endlich war Meklau mal
ein guter Start geglückt und er von Anfang an bei der Musik dabei.
Doch seine Suzuki warf ihn in Runde zwei mit einem heftigen Highsider
ab, statt auf das Podest kam er ins Medical Center. Dort wurde eine
Verletzung der linken Hand diagnostiziert.
An der Spitze erneut Teuchert vor Bauer. Dieses Mal kam Teuchert bis
zum Beginn der neunten Runde 3,7 Sekunden von Bauer weg, das war die
Entscheidung. Denn in dieser Runde kam es zu einem Sturz von Philipp
Hafeneger. Stefan Nebel war davon so irritiert, dass er ebenfalls zu
Boden ging - und zunächst auf der Strecke liegen blieb. Das führte
zum Abbruch des Rennens. Teuchert führte 3,7 Sekunden vor Bauer,
gefolgt von Daemen und Smrz. Vor dem Neustart musste Stefan Nebel ins Medical Center, dort kam
es zu Missverständnissen. Nach kurzer Behandlung konnte Nebel das
Medical Center wieder verlassen. "Zurück in die Box", war die Aussage
des Arztes, was nicht heißen sollte: "Zurück ins Rennen." Doch Nebel
verstand das als "harter Hund" anders und setzte sich gerade noch
rechtzeitig zum Neustart auf seine KTM. Doch der Rennarzt stoppte den
Elan von Stefan und holte ihn zurück. Neustart also ohne Stefan Nebel und nunmehr auch ohne KTM-Piloten.
Dieses Mal ging Martin Bauer in Front und versuchte sich von den
übrigen Piloten zu lösen. Mehr als eine Sekunde konnte er Teuchert
jedoch nicht abnehmen. Der Yamaha-Pilot behielt in der Addition der
beiden Teilrennen die Bestzeit und gewann vor Martin Bauer. In der
letzten Runde setzte sich der Tscheche Matej Smrz noch gegen den
Belgier Werner Daemen durch, der damit auch in der Addition seinen
Podestplatz verlor.
Hinter Teuchert, Bauer, Smrz und Daemen wurden der Spanier Julian
Mazuecos (BMW), der Ungar Gabor Rizmayer, der Schweizer Roman Stamm
(beide Suzuki) und Ducati-Pilot Dario Giuseppetti auf den Plätzen
fünf bis acht gewertet. Nach dem Rennen wurden Proteste wegen angeblich nicht
regelkonformer Teile an den Motorrädern von Werner Daemen
(Kurbeltrieb) und Jörg Teuchert (Ventiltrieb) eingereicht. Beide
wurden nach technischen Überprüfungen als unbegründet zurück
gewiesen. Als neuer Deutscher Meister kam Jörg Teuchert auf insgesamt 293
Punkte. Stefan Nebel behielt seinen Vizemeistertitel (184 Zähler).
Das Rennen um Platz drei der Meisterschaft war besonders eng. Sowohl
der Belgier Werner Daemen als auch der Ungar Gabor Rizmayer kommen
auf 173 Punkte. Jeder der beiden hat zwei Rennen gewonnen. Daemen hat
einen zweiten Platz vom Saisonauftakt auf dem EuroSpeedway - der war
am Ende ausschlaggebend, dass Daemen Meisterschafts-Dritter wurde. In der Markenmeisterschaft hat sich - vor allem dank Teucherts
starker Leistung - Yamaha mit 410 Punkten durchgesetzt. Honda kommt
auf 366 Zähler und vermisst vor allem die fehlenden Punkte aus der
Zeit von Martin Bauers langer Verletzungspause. BMW wurde Dritter,
knapp vor KTM. Ergebnisse IDM SUPERBIKE:
15. Lauf: 1. Martin Bauer (AUT/Honda) 31:05,640 Min., 2. Jörg
Teuchert (Hersbruck/Yamaha) 0,142 Sek. zur., 3. Andreas Meklau (AUT)
0,854 Sek. zur., 4. Gabor Rizmayer (HUN/beide Suzuki) 8,833 Sek.
zur., 5. Arne Tode (Glauchau/Honda) 9,201 Sek. zur., 6. Dario
Giuseppetti (Berlin/Ducati) 12,961 Sek. zur. 16. Lauf: 1. Teuchert 25:08,365 Min., 2. Bauer 2,622 Sek. zur., 3.
Matej Smrz (CZE) 4,335 Sek. zur., 4. Werner Daemen (BEL/BMW) 4,557
Sek. zur., 5. Julian Mazuecos (ESP/BMW) 9,656 Sek. zur., 6. Rizmayer
10,110 Sek. zur. IDM-Fahrerwertung (Endstand): 1. Teuchert 293, 2. Stefan Nebel
(Velbert/KTM) 184, 3. Daemen 173, 4. Rizmayer 173, 5. Tode 159, 6.
Giuseppetti 137 Markenmeisterschaft (Endstand): 1. Yamaha 410, 2. Honda 366, 3.
BMW 276, 4. KTM 256 Weitere Informationen und Pressefotos finden Sie auf der
IDM-Homepage unter www.idm.de . |