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Formel 1: Der wertvolle Helfer "KERS"
Saturday, 10. September 2011
Auf der Hochgeschwindigkeitsrennstrecke wie Monza beträgt der Rundenzeitgewinn bei voller Nutzung von KERS mehr als 0,4 Sekunden. Foto: ar.NET/wmd
Auf der Hochgeschwindigkeitsrennstrecke wie Monza beträgt der Rundenzeitgewinn bei voller Nutzung von KERS mehr als 0,4 Sekunden. Foto: ar.NET/wmd
 
Viel diskutiert und oftmals gehasst: KERS heißt in der Formel 1 das Kinetische Energie-Rückgewinnungs-System, das die Fahrer während eines Überholmanövers nutzen, um schneller in bestimmten Streckenabschnitten zu fahren.

Viel diskutiert und oftmals gehasst: KERS heißt in der Formel 1 das Kinetische Energie-Rückgewinnungs-System, das die Fahrer während eines Überholmanövers nutzen, um schneller in bestimmten Streckenabschnitten zu fahren. Fakt ist, dass in dieser Saison das KERS eine Schlüsselrolle während Überholmanöver übernimmt. Obwohl für den Zuschauer nicht immer offensichtlich, scheint KERS bei fast jedem Überholvorgang eines anderen mit KERS aktivierten Formel-1-Autos im Spiel gewesen zu sein. Doch nicht jedes Formel-1-Team, dass KERS einsetzt, findet eine optimale Performance im Gesamtkonzept. Und in Zukunft, auch im Hinblick auf das neue Reglement, wird das System im Rennen als taktisches Mittel immer wichtiger. Was ist eigentlich KERS Das System besteht in der Formel 1 aus einer Motor-Generator-Einheit "Motor Generator Unit" (kurz MGU), der Leistungselektronik "Power Electronics" (kurz PE) und Batterien, die zusammen das gesamte Energiespeichersystem "Energy Storage System" (kurz ESS) bilden. KERS besteht ungefähr aus 3.500 Teilen. Wie funktioniert das hochtechnische System Die MGU sammelt Energie, die normalerweise im Bremssystem in Form von Hitze abgegeben würde, und leitet sie als Dreiphasen-Elektrizität an die PE weiter. Diese wandelt die Elektrizität in Gleichspannung um und speichert die Energie in den Batterien. Sobald der Formel-1-Fahrer KERS aktiviert, wird der Prozess umgekehrt - die Generatoreinheit verstärkt dann die Motorleistung. Das Sammeln und Abgeben von Energie ist jeweils zu ungefähr 80 Prozent effizient. Auf einer Rennstrecke wie Monza beträgt der Rundenzeitgewinn bei voller Nutzung von KERS mehr als 0,4 Sekunden. Bislang war der geringste Wert in dieser Saison ungefähr 0,3 Sekunden pro Runde in Ungarn. KERS wird nur in bestimmten "Zonen" auf der jeweiligen Rennstrecke von den Fahren genutzt werden. KERS funktioniert am besten, wenn es nach relativ langsamen Kurven auf sehr langen Geraden eingesetzt wird. Davon gibt es in Monza viele. Vier Mal pro Runde beschleunigt der Fahrer seinen Formel 1 aus verhältnismäßig niedriger Geschwindigkeit fast bis zur Höchstgeschwindigkeit. Dies bedeutet einen relativ großen Vorteil der Rundenzeiten beim Herausbeschleunigen mit KERS aus jeder dieser Kurven. Der typische KERS-Einsatz sieht auf dem Kurs in Monza vier KERS-Boosts pro Runde vor, die jeweils 20 ms nach dem Betätigen des Knopfes an die Räder weitergegeben werden. Neben hohen Geschwindigkeiten spielen in Monza auch starke Verzögerungen eine Rolle. Monza ist aber eine Rennstrecke, auf der man keine großen Energiereserven sammeln kann. Die Formel-1-Fahrer bremsen auf 12 Prozent einer Runde - dies entspricht mehr als zehn Sekunden. Vor Kurve 1 verzögert die Formel 1 um rund 265 km/h. Dennoch ist Monza beim Aufladen des KERS fast schon die unwichtigste Rennstrecke. Der Grund hierfür ist die geringe Anzahl an Bremspunkten auf einer Runde. (ar.NET/Peter Hartmann)
 
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