|
Vorstellung Volkswagen Eos: Flirt mit einer Göttin |
|
Monday, 15. May 2006 |
 | | Volkswagen Eos. Foto: ar/Volkswagen | | |
 | | Volkswagen Eos. Foto: ar/Volkswagen |
 | | Volkswagen Eos. Foto: ar/Volkswagen |
 | | Volkswagen Eos. Foto: ar/Volkswagen |
 | | Volkswagen Eos. Foto: ar/Volkswagen |
 | | Volkswagen Eos. Foto: UnitedPictures |
Die Sonne des Cabrio-Markts steht für dieses Jahr schon im Zenith, da kommt Volkswagen erst mit seinem Cabrio, das ausgerechnet nach der altgriechischen Göttin der Morgenröte Volkswagen Eos genannt wird. Wer aber aus dem späten Termin auf den Erfolg im Markt schließen will, der sei an den VW Touran erinnert. Dem hatten Kritiker sein spätes Erscheinen vorgehalten, und einige Wochen später war er Marktführer in Deutschland.
Solch eine Zukunft wollen die Wolfsburger ihrem Cabrio nun auch verschaffen. Er soll der Marktführer unter den Blechdach-Cabrios in dieser Klasse werden. Die Anlagen hat er für echte Cabrio-Freunde allemal schon durch sein dreiteiliges Dach. Fahrer und Beifahrer sitzen bei dieser Konstruktion eben nicht unter der sehr flachen Frontscheibe mit einer Ahnung vom freien Himmel im Nacken. Die Windschutzscheibe steht steiler und so weit vorn, dass sich echter Cabrio-Genuss einstellt.
Außerdem bietet der Eos auch ein sehr großes transparentes Schiebedach, über das man sich besonders freut, wenn man mal mehr Ladung transportieren muss. Bei geschlossenem Cabrio-Dach passen sechs Wasserkisten in den 380 Liter großen Laderaum. Wenn sich das Eos-Dach in einem viel beachteten, 25 Sekunden dauerndem Schauspiel unter die Heckklappe verzogen hat, sind es allerdings nur noch 205 Liter, gerade genug, um Gepäckstücke verstauen zu können, wie sie auch die Lufthansa für die Gepäckfächer im Flugzeug zulässt.
Das sind beides akzeptable Werte für ein Cabrio dieser Klasse. Wer mehr wollte, müsste akzeptieren, dass das Heck seines Autos - wie bei anderen - zu einem dicken Rucksack wird, über den man kaum noch nach hinten schauen kann. Die Gestalter des Eos haben ihr Cabrio so geformt, dass es auch bei geschlossenem Dach eine gute Figur macht. Der Zweitürer wirkt dann wie ein ausgewachsenes Coupé.
Ausgewachsen ist der Eos in der Tat. Er liegt mit seiner Länge von 4,41 Meter zwischen Golf und Passat und weist zum Beispiel bei der Breite Passat-Maße auf. Das kommt natürlich den Passagieren zugute, von denen sich Fahrer und Beifahrer verwöhnt fühlen können, aber auch die Hinterbänkler mehr Platz vorfinden als in einem 2+2-Coupé.
Der Innenraum wurde komplett neu gestaltet mit klassischen Rundinstrumenten hinter dem Lenkrad und einer Betonung auf der Mittelkonsole. Die Materialien wirken sehr hochwertig und sind gut verarbeitet. Sanfte Rundungen und Übergängen bis in die Türen hinein bestimmen das Bild. Hier wird den Insassen der gehobene Anspruch des Eos noch einmal deutlich vor Augen geführt.
Unterstrichen wird der Zug zu Höherem auch bei den Sitzen. Sie sind stark konturiert für guten Seitenhalt in Kurven, ohne unkomfortabel zu sein. Außerdem verfügen sie über eine Easy-Entry-Funktion, die den Passagieren das Einsteigen auf die Rücksitzbank erleichtern soll.
Der Eos wird mit vier Benzin-Motoren und einem Diesel angeboten, wobei das Niveau der Ausstattung jeweils mit der PS-Zahl steigt. Die Basisausstattung im 85 kW (115 PS) FSI-Motor mit 1,6 Liter Hubraum ist allerdings bereits reichhaltiger als sonst in Wolfsburg üblich. Die beiden weiteren FSI Vier-Zylinder haben 2 Liter Hubraum und bieten entweder 110 kW (150 PS) oder als Turbo FSI 147 kW (200 PS). Spitzenmotorisierung wird der 3,2 Liter Sechszylinder mit 184 kW (230 PS). Dieser Motor wird im Eos nur mit dem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) angeboten. Alle anderen Motoren verfügen über ein Sechs-Gang- Schaltgetriebe, auch der Vier-Zylinder-Dieselmotor mit zwei Litern Hubraum und 103 kW (140 PS).
Es bedarf keiner großen prophetischen Gaben vorherzusagen, dass der 150-PS-Benziner für viele der Motor der Wahl sein wird. Spannender wird da schon die Frage, wie viel Marktanteil sich der Dieselmotor in Deutschland erobern kann. Der soll eine Spitzengeschwindigkeit von 206 km/h erreichen können und im Schnitt 6 Litern auf 100 km/h verbrauch. Der 150-PS-Benziner ist mit 210 km/h etwas schneller, erreicht die 100-km/h-Marke in 9,8 Sekunden, rund eine halbe Sekunde früher als der Diesel und soll im Schnitt rund 8,2 Liter Superbenzin konsumieren.
Angesichts des hohen Gewichts von mehr als 1,5 Tonnen sind das keine schlechten Werte. Viel von diesem Gewicht steckt offenbar in der Bodengruppe und in Versteifungen des Karosserie. Wir erlebten den Eos auf extrem schlechten Wegstrecken. Dabei ließ die Karosserie nicht einmal ein leichtes Knistern hören.
Das Fahren insgesamt gerät zum Vergnügen. Jedenfalls harmonieren die Zwei-Liter-Benziner und das leicht und exakt zu schaltende Getriebe sehr gut mit einander. Zusammen mit der exakten und ausreichend direkten Lenkung und einem zwar straffen, aber komfortablen Fahrwerk entsteht ein Gesamteindruck wie Samt und Seide, passend für die Göttin der Morgenröte.
Samt, Seide, ein einmaliges Dach - alles hat seinen Preis. Der Volkswagen Eos steht jetzt bei den Händler für einen Basispreis von 25 960 Euro für die Einstiegsversion mit komplettem Sicherheitspaket inkluisive speziellen Cabrio-Airbags, 16-Zoll-Rädern und dem 1,6-Liter-Motor. Den Rest kann man sich vorstellen, ein billiges Vergnügen wird es nicht, mit dieser Göttin zu flirten. (ar/Sm)
Weitere Fotos finden Sie bei unseren Kollegen unter www.unitedpictures.com
|